Strahlentherapie

 

Die Strahlentherapie ist die zusätzlich zur medikamentösen Therapie und Operation am Häufigsten angewandte Behandlungsform.

Wirkweise der Strahlentherapie
Die Strahlentherapie arbeitet mit bestimmten, hochenergetischen Röntgenstrahlen, meist Elektronen- oder Photonenstrahlen. Diese werden in einem Linearbeschleuniger erzeugt und auf die vom Krebs befallene Stelle des Körpers gerichtet. Durch die Strahlung wird die Erbsubstanz innerhalb der Krebszellen effektiv zerstört, wodurch der Tumor abstirbt. Die Strahlen können dabei so genau ausgerichtet werden, dass das umliegende, gesunde Gewebe kaum angegriffen wird. Aus diesem Grund ist die Strahlentherapie bei gut sichtbaren und lokal begrenzten Tumoren einer Chemotherapie vorzuziehen, die im ganzen Körper wirkt und daher sehr belastend ist. Sehr kleine und weit verstreute Metastasen können jedoch mit einer medikamentösen Behandlung besser bekämpft werden.

Bei der Nachbehandlung von Brustkrebs wird am BrustZentrum Kreis Recklinghausen die Strahlenbehandlung als Standardtherapie eingesetzt . Nach der brusterhaltenden Operation bestrahlen wir im Rahmen einer adjuvanten Strahlentherapie die Brust routinemäßig, um vereinzelte Tumorzellen zu zerstören, die sich noch in der Brust befinden können. In Studien wurde nachgewiesen, dass das Risiko, einen Rückfall zu erleiden, bei Brustkrebspatientinnen, die nicht bestrahlt wurden, um 80% höher ist. Die adjuvante Strahlentherapie ermöglicht es dagegen, bei brusterhaltenden Operationen genauso gute Resultate zu erzielen wie bei einer Komplettentfernung der Brust.

Falls bei Ihnen eine Metastasenbildung ausgeschlossen werden kann und keine Chemotherapie durchgeführt werden muss, können wir mit der Bestrahlung sofort nach der vollständigen Wundheilung beginnen, also etwa drei Wochen nach der Operation. Bei einer zusätzlichen medikamentösen Behandlung unterscheidet sich diese Zeitspanne von Fall zu Fall je nach Ihrer individuellen Situation. Wann und wie die Strahlentherapie bei Ihnen durchgeführt wird, werden wir selbstverständlich immer gemeinsam mit Ihnen besprechen.

 

Neoadjuvante Strahlentherapie
Wenn ein Brustkrebs bereits bei seiner Entdeckung relativ groß ist, kann es auch sein, dass wir Sie schon vor der Operation, d.h. neoadjuvant, strahlentherapeutisch behandeln. Das Ziel ist es dann, den Tumor so zu verkleinern, dass wir eine brusterhaltende Operation durchführen können. Ohne die Bestrahlung wäre nur die komplette Entfernung der Brust möglich, um den Tumor vollständig zu entfernen.

 

Weitere Formen der Strahlentherapie
Es besteht inzwischen auch die Möglichkeit, bereits während der Operation eine Bestrahlung der Brust durchzuführen (intraoperative Radiotherapie, IORT). Der Vorteil einer solchen Behandlung ist es, dass das von einzelnen Tumorzellen befallene Gewebe, wenn es freigelegt wurde, mit einer weit höheren Dosis bestrahlt werden kann, ohne gesunde Zellen übermäßig zu schädigen. Es ist jedoch nicht erwiesen, ob eine IORT die adjuvante Strahlenbehandlung sinnvoll ergänzen oder gar ersetzen kann. Diese Art der Strahlentherapie wird daher am BrustZentrum Kreis Recklinghausen standardmäßig nicht durchgeführt.

 

Ablauf und Behandlungsdauer
Bei einer brusterhaltenden Operation erfolgt die Bestrahlung von außen durch die Haut nach innen (perkutane/externe Strahlentherapie). Hierbei werden darunter liegende Organe nur minimal belastet. Am BrustZentrum Kreis Recklinghausen wenden wir bei der Nachbehandlung in der Regel diese Methode an.

In einigen Fällen kann es jedoch auch vorkommen, dass wir Ihnen ein kleines Plastikröhrchen in die Brust einsetzen, in dem sich radioaktives Material befindet. Die Brust wird dann von innen heraus, d.h. interstitiell, bestrahlt. Bei einer neodajuvanten Strahlentherapie ist es im Rahmen des Afterloadingverfahrens zudem möglich, eine Sonde direkt in das Tumorgewebe oder in dessen Nähe zu schieben. Eine darin enthaltene Kugel gibt radioaktive Strahlung ab und zerstört die Tumorzellen von innen heraus, sodass der Krebs schrumpft. Diese Technik wird jedoch relativ selten angewendet.

In allen Fällen dauert die einzelne Bestrahlung nur wenige Minuten und verläuft völlig ohne Schmerzen. Generell erfolgt die Behandlung über einen Zeitraum von sechs Wochen mit kleinen Einzeldosen, vier- bis fünfmal pro Woche ambulant im BrustZentrum Kreis Recklinghausen. In den dazwischenliegenden Bestrahlungspausen kann sich das gesunde Gewebe rascher und vollständiger erholen als das Tumorgewebe. Die Dauer und Häufigkeit der Strahlenbehandlung ist dabei abhängig von Ihrer individuellen Situation. Je nach Art und Beschaffenheit des Tumors sind durchschnittlich etwa 25 bis 35 Bestrahlungen nötig.

 

Nebenwirkungen der Strahlentherapie
Die Bestrahlungen werden in der Regel gut vertragen. Durch eine moderne computergestützte Therapieplanung können wir am BrustZentrum Kreis Recklinghausen bei einer externen Bestrahlung die Dosis so berechnen, dass die Nebenwirkungen nur sehr begrenzt auftreten.

In der Regel treten an der bestrahlten Stelle lediglich Rötungen der Haut sowie Schwellungen der Brust oder ein Wärmegefühl auf. Bisweilen kommt es zu einer Entzündung der Haut, vergleichbar mit einem Sonnenbrand, sowie vereinzelt zu Schuppung und Pigmentierung. Sehr selten werden durch die Bestrahlung die axillären Schweißdrüsen beschädigt oder Haarausfall ausgelöst.

Die meisten Nebenwirkungen sind lediglich vorübergehend. Sie treten normalerweise etwa zwei bis drei Wochen nach der ersten Bestrahlung auf und verschwinden einige Wochen nach Therapieende wieder. Nur in Einzelfällen kommt es noch einige Monate danach zu Reaktionen, wobei dauerhafte Hautveränderungen heute nur noch sehr selten sind. Langfristig sind jedoch Verfestigungen in der Brust möglich.

Viele Patientinnen klagen nach der Bestrahlung über Übelkeitsgefühle. Die Ursache dafür sind Stoffe, die bei der Schädigung der Haut entstehen und über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen. Die Stoffe werden jedoch mit dem Urin wieder ausgeschieden, weshalb wir Ihnen empfehlen während der Strahlentherapie viel zu trinken, um die Ausscheidung zu beschleunigen.

Weitere Nebenwirkungen treten nur selten und vereinzelt auf. So kann die Bestrahlung unter bestimmten Umständen Wirkungen auf den Gesamtorganismus haben und Abgeschlagenheit, Blutbildveränderungen oder ähnliches auslösen. Sehr selten kommt es heute zu Rippenbrüchen (durch Schwächung des Knochens) oder zur Schädigung der Armnerven. Etwas häufiger ist eine Stauung der Lymphflüssigkeit in Brustkorb oder Arm. Ein solches Lymphödem tritt vor allem dann auf, wenn bei der Operation die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt wurden.

 

 

 

10. Senologietag

am 20.1.2018 im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

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