Ernährung
Bei der Krebsnachsorge spielt nicht zuletzt die richtige Ernährung eine große Rolle. Achten Sie daher auf gesunde Nahrung, die dem Körper wichtige Nährstoffe für die Regeneration zuführt. Sie stärkt außerdem Ihr Immunsystem, so dass Sie weniger anfällig für Infekte und Krankheiten sind. Eine gesunde Ernährung zeichnet sich vor allem durch viel Abwechslung aus.
Das BrustZentrum Kreis Recklinghausen möchte Ihnen folgende Ratschläge an die Hand geben:
- Übergewicht, wenn vorhanden, langsam abbauen!
- Nährstoff-, vitamin-, kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Nahrungsmittel sollten bevorzugt werden.
- Der Verzehr fetthaltiger Lebensmittel, insbesondere solcher tierischen Ursprungs, sollte auf weniger als 30 % eingeschränkt werden. Verwenden Sie vor allem pflanzliche Öle.
- Wenig Fleisch (mittlerer täglicher Verzehr 80g), Fleischwaren und Eier. 1 bis 2 mal pro Woche sollten Sie eine Fischmahlzeit oder Meeresfrüchte zu sich nehmen. Fisch, Geflügel oder Wild ist dem Verzehr von Schweine-, Rind- und Lammfleisch vorzuziehen.
- Ausgewogen ernähren – mit viel rohem Obst und Gemüse (400-800g), Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Kartoffeln oder anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln (600-800g) und Molkereiprodukten.
- Lebensmitteln geringerer Verarbeitungsintensität sollte dabei generell der Vorzug gegeben werden.
- Verzichten Sie weitestgehend auf Zucker und Süßigkeiten.
- Vorsicht bei künstlich aromatisierter, gefärbter oder mit Konservierungsstoffen versehener Nahrung. Möglichst wenig stark mehlhaltige Speisen.
- Meiden Sie Lebensmittel, die Ihre Schleimhaut reizen.
- Der Konsum stark gesalzener und salzkonservierter Lebensmittel sowie der Gebrauch von Salz bei Tisch und in der Küche sollten beschränkt werden, denn Salz bindet Wasser im Gewebe. Stattdessen sollten Kräuter und Gewürze zum Würzen der Speisen verwendet werden.
- Nicht zu scharf würzen.
- Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie das Essen.
- Mindestens 1,5 - 2 Liter am Tag ungesüßte Getränke, natürliches Mineralwasser oder Tees (Früchte- und Kräutertees) trinken. Eine oder zwei Tassen Bohnenkaffee oder Schwarztee sind jedoch durchaus erlaubt!
- Wenig Alkohol (bei Männern weniger als 2 alkoholische Getränke pro Tag und bei Frauen nicht mehr als 1 alkoholisches Getränk pro Tag).
- Rauchen vermeiden.
Achten Sie bei der Zubereitung der Mahlzeiten darauf, dass möglichst wenig Nährstoffe verloren gehen. Kochen Sie deshalb nach Möglichkeit mit wenig Wasser und kurzen Garzeiten. Lassen Sie das Gemüse nicht zu lange im Topf, so dass es noch "Biss" hat. Wir empfehlen Ihnen, Mahlzeiten frisch zuzubereiten.
Nahrungsergänzungsstoffe
In der Nahrung befinden sich auch Stoffe, die die Zellen vor oxidativen Schäden schützen. Neben einigen Spurenelementen zählen dazu vor allem die Vitamine E, C und Beta-Karotin. Wenn Sie infolge einer Chemo- oder Strahlentherapie an Blutarmut leiden, können Sie zusätzlich zu den Medikamenten folsäurehaltige Nahrung zu sich nehmen, um die Bildung roter Blutkörperchen zu unterstützen.
Generell sollten Sie jedoch auf die Einnahme anderer und künstlicher Nahrungsergänzungsstoffe verzichten, da oftmals eine krebsfördernde Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann. Auch ein Überdosierung, etwa der Vitamine A und D sowie des Spurenelementes Selen, kann nachteilige Wirkungen haben.
Antikrebs-Nahrung
Nahrungsbestandteile, mit denen sich Krebs direkt bekämpfen lässt, gibt es nicht. Zu Unrecht wird dies von einigen "Gesundheitsaposteln" und Geldmachern gelegentlich behauptet. Rote Bete, Bierhefe, Weizenkeime, Sauermilch oder "linksdrehende Milchsäure" haben zwar eine allgemein gesundheitsfördernde Wirkung, dass Sie darüber hinaus aber aktiv gegen Krebs wirken, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
Fastenkuren
Auch spezielle Diäten oder Fastenkuren sind nicht nachweislich geeignet, Krebs zu bekämpfen. Zwar kann ein Tumor durch Nahrungsentzug aufhören zu wachsen oder sich gar zurückbilden – das gilt jedoch auch für Ihre anderen Körperzellen. Sobald Sie sich wieder normal ernähren wächst der Tumor dagegen schnell wieder, während Ihr Körper sich erst wieder erholen muss. Denken Sie daran: ein geschwächter Körper hat weniger Abwehrkräfte. Er ist dann nicht mehr in der Lage, sich effektiv gegen Infektionen oder auch den Tumor selbst zur Wehr zu setzen.
Ernährung bei Übelkeit
Wenn Sie während oder nach einer Chemotherapie unter Übelkeit und Appetitlosigkeit leiden, sollten Sie Ihrem Körper vor allem Kalorien zuführen, damit Ihr Körper nicht zusätzlich geschwächt wird. Essen Sie, worauf Sie Appetit haben. Sobald es Ihnen wieder besser geht, können Sie immer noch auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten.
Ansprechpartner und Informationen zur Ernährungsumstellung
Bevor Sie mit der Umstellung Ihrer Ernährung beginnen, sprechen Sie mit uns. Wir werden dann gemeinsam mit Ihnen abstimmen, welche Ernährung in Ihrer persönlichen Situation besonders hilfreich ist und gegebenenfalls einen individuellenErnährungsplan für Sie zusammenstellen.
Wie beim Sport ist es wichtig, dass Sie sich zunächst langsam an die neue Ernährung gewöhnen. So lernen Sie am besten, was Ihnen schmeckt und wie Sie Ihre Mahlzeiten optimal zubereiten. Nach einiger Zeit werden Sie sich dann von ganz allein gesund ernähren.
