Risikofaktoren
Die Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs sind bisher noch nicht eindeutig geklärt, aus der medizinischen Forschung weiß man aber, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Folgende Risikofaktoren können eine Krebsentstehung begünstigen:
- Geschlecht
Etwa die Hälfte aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken weisen keine anderen Risikofaktoren auf, als weiblich zu sein und älter zu werden. Bei nur ca. 1% der Brustkrebserkrankungen sind Männer betroffen. - Vererbung
Ihre Mutter hat mit 70 Brustkrebs bekommen und ein Onkel leidet an Prostatakrebs? So etwas kommt in vielen Familien vor und ist kein Grund, ein „Krebsgen“ in der Familie zu vermuten. Nur rund fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Wenn in einer Familie aber gehäuft Brust- und Eierstockkrebs in jungen Jahren auftreten, kann eine genetische Beratung mehr Klarheit bringen. Wenn sich der Verdacht auf eine erbliche Belastung erhärtet, ist auch ein Gentest in Erwägung zu ziehen. Auslöser für Brustkrebs können Veränderungen (Genmutationen) sein. - Alter
Neben dem Geschlecht ist einer der größten Risikofaktoren das Altern: Mehr als zwei Drittel aller erkrankten Frauen sind über 50 Jahre alt, der Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 70. und 75. Lebensjahr. Dies liegt daran, dass im höheren Lebensalter die Wahrscheinlichkeit fehlerhafter Zellteilungen zunimmt. - Lebensweise
Übergewichtige bekommen häufiger Brustkrebs als schlanke Frauen. Denn im Fettgewebe werden Hormone gebildet, die den Östrogenspiegel ansteigen lassen. Doch auch das Fett im Essen spielt eine Rolle: Wer viel tierische Fette isst (wie fette Wurst und fettes Fleisch, Vollmilchprodukte, Butter, Schmalz), hat ebenfalls einen höheren Östrogenspiegel und damit ein etwas höheres Risiko. Das erklärt unter anderem die sehr viel geringere Brustkrebshäufigkeit in den asiatischen Ländern, in denen traditionell nur wenig tierische Fette gegessen werden.
Auch Frauen, die regelmäßig drei bis vier Stunden pro Woche trainieren, haben ein deutlich niedrigeres Brustkrebsrisiko als Frauen, die keinen Sport treiben.
Studien haben außerdem gezeigt, dass Frauen, die größere Mengen an Alkohol zu sich nehmen, eher an Brustkrebs erkranken – einen Liter Bier oder 0,4 Liter Wein pro Tag regelmäßig konsumiert reichen dafür schon aus.
Wenn Mädchen schon im Teenageralter anfangen zu rauchen, steigt ihr Brustkrebsrisiko deutlich an. Frauen, die rauchen, haben insgesamt einen schlechteren Gesundheitszustand. Mit dem Aufgeben dieser Gewohnheit verbessern Sie die Fähigkeit ihres Körpers, mit der Krebserkrankung fertig zu werden. - Hormonelle Faktoren
Anfälliger sind auch Frauen, die vor dem elften Lebensjahr ihre Regelblutung bekommen haben und nach dem fünfzigsten Lebensjahr in die Wechseljahre kommen, sowie Frauen, die kein Kind haben oder bei der ersten Geburt über dreißig Jahre alt waren. Der Grund: Da das Geschlechtshormon Östrogen bei der Entstehung von Brustkrebs mitwirkt, haben Frauen die diesem körpereigenen Hormon länger ausgesetzt sind, ein höheres Risiko für Brustkrebs. Das gilt auch für synthetische Hormone in der Antibabypille oder in Präparaten zur Hormontherapie in den Wechseljahren. - Umweltfaktoren
Frauen, die einer größeren Strahlenbelastung ausgesetzt waren, weil bei ihnen beispielsweise im Kindesalter eine andere Krebsart behandelt wurde, oder bei denen häufiger Röntgenuntersuchungen durchgeführt wurden, haben ein höheres Brustkrebsrisiko. Besonders in jungen Jahren reagiert der Körper anfällig auf solche Einwirkungen.
Auch das Leben in der Nähe von Industriestandorten mit hoher Luftverschmutzung und der Einfluss von Ungeziefer- (Pestiziden, z.B. DDT) und Pilzbekämpfungsmitteln (Fungiziden) kann das Brustkrebsrisiko erhöhen.
An Faktoren, wie Geschlecht und Alter können Sie nichts ändern. Sie sollten sich aber darauf konzentrieren die übrigen Risikofaktoren in Ihrem Leben zu minimieren, indem Sie sich beispielsweise gesund und fettarm ernähren. Diese beeinflussbaren Faktoren zu begrenzen ist auch für bereits von Brustkrebs betroffene Frauen wichtig, um ein Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern. Tipps und Ratschläge dazu haben wir in den Rubriken Sport und Ernährung für Sie zusammengestellt.
Sollten bei Ihnen mehrere Risikofaktoren zutreffen, sollten Sie regelmäßig und sorgfältig eine Selbstuntersuchung durchführen. Gehen Sie zu den kostenlosen jährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt Ihrer Wahl, auch wenn auf Sie keine zusätzlichen Risikofaktoren zutreffen. Die Untersuchung steht jeder krankenversicherten Frau vom 30. Lebensjahr an in Deutschland zu.
Brustkrebs ist kein unabwendbares Schicksal. Lassen Sie sich rechtzeitig helfen!
