Brustkrebs Wissen

 

Bei Brustkrebs handelt es sich um einen Tumor, dessen Entstehung in der Brust beginnt. Dieser Tumor besteht aus einer Ansammlung entarteter Zellen, deren Bildung außer Kontrolle geraten ist. Etwa drei Viertel aller Brusttumore sind gutartig und sind lediglich eine Anhäufung inaktiver Zellen. Diese lassen sich relativ leicht entfernen und es besteht keine Gefahr, dass sie sich in andere Körperregionen ausgebreitet haben. Bösartige Tumorzellen hingegen können sich ausbreiten und anderes Gewebe schädigen. Bei solchen bösartigen Zellen handelt es sich um Brustkrebs. Ihre Entstehung geht immer entweder von den Milchdrüsen (engl. lobule) oder den Milchgängen (engl. duct) aus.

 

Die Anatomie der Brust
Brust AnatomieIm Wesentlichen besteht die Brust aus Fett und Drüsengewebe. Die Milchdrüsen, die nach der Geburt eines Babys Milch produzieren, sind zu Drüsenläppchen zusammengefasst. Die Milch fließt durch die Milchgänge zur Brustwarze. Die Milchgänge sowie die Drüsenläppchen sind jedoch die Gewebe der weiblichen Brust, in denen Krebs entstehen kann.Außerdem verlaufen in der Brust Nerven, Blutgefäße und Lymphgefäße. Die Lymphbahnen führen überschüssige Flüssigkeit aus der Brust ab. Zusammen mit den Lymphknoten gehören Sie zum Immunsystem des Körpers. Die darin enthaltene Lymphe ist eine Flüssigkeit, in der Immunabwehrzellen durch den Körper transportiert werden. Darüber hinaus werden Abfallprodukte, die aus dem Körper entfernt werden müssen, mithilfe der Lymphflüssigkeit an ihren Bestimmungsort gebracht. Lymphbahnen sind an den Lymphknoten miteinander verbunden. Findet die Diagnostik abgesiedelte Krebszellen in den Lymphknoten, ist dies meist ein Hinweis, dass Krebszellen auch in andere Organe gelangt sein können, unter anderem in die Lunge oder die Leber.

 

Formen des Brustkrebses
Brustkrebs, der in den Milchgängen entsteht, nennt man ein "Duktales Karzinom". Geht die Bildung von den Drüsenläppchen aus, spricht man von einem "Lobulären Karzinom". Brustkrebs, der in einem dieser beiden Bereiche entstanden ist, und sich weiter ausgebreitet hat, wird als "Invasives Karzinom" bezeichnet. Über die Lymphbahnen ist die Brust zudem mit Lymphknoten verbunden. Diejenigen Lymphknoten, die der Brust am nächsten sind, befinden sich unter den Armen in den Achseln und werden daher "Axilläre Lymphknoten" genannt. Bei der Ausbreitung des Brustkrebses im Körper werden häufig zunächst diese axillären Lymphknoten von Tumorzellen befallen. Anschließend können sich einzelne Krebszellen über die Lymphbahnen weiter im Körper ausbreiten und dort sogenannte Metastasen bilden. Solange sich keine Metastasen gebildet haben, ist Brustkrebs meist vollständig heilbar. Um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, sollten Sie daher regelmäßig Ihren Frauenarzt aufsuchen und an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen  teilnehmen.

 

Wie entsteht Brustkrebs?
Der menschliche Körper und seine Organe sind aus einzelnen Zellen aufgebaut. Diese Zellen unterliegen einem Lebenszyklus, dem sogenannten Zellzyklus: Ältere Zellen sterben ab und werden ständig durch neue ersetzt. Diese neuen Zellen entstehen durch die Teilung bereits vorhandener Zellen. Normalerweise findet diese Zellteilung genau in dem Umfang statt, in dem gerade neue Zellen benötigt werden. Unter gewissen Umständen teilen sich Zellen jedoch häufiger, beispielsweise wenn eine Schädigung in ihrer Erbsubstanz (DNA) vorliegt. Die dadurch entstehenden krankhaften Zellen teilen sich ungehindert und sind den Kontrollmechanismen des Zellzyklus entzogen, so dass ein natürlicher Zelltod häufig nicht mehr stattfindet. Die entarteten Zellen bilden zunächst eine Geschwulst an ihrem Entstehungsort. Danach breiten sie sich in das umliegende Gewebe aus. Von diesem Tumor können sich nun auch einzelne Tumorzellen absondern und über die Lymphbahnen zu den axilliären Lymphknoten gelangen oder sich sogar in entferntere Körperregionen bewegen und dort Metastasen bilden.
Brustkrebs entsteht zumeist einseitig. Die linke Brust ist bevorzugt betroffen. Teilt man die Brust in Quadranten auf, so findet sich eine Häufung im oberen äußeren Quadranten.

 

Warum entsteht Brustkrebs?
Es ist noch nicht vollständig geklärt wie es dazu kommt, dass normale Zellen oder bestimmte gutartig veränderte Zellen der Brust sich in Krebszellen verwandeln. Fehler in der DNA können vererbt werden. Ein vererbtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken liegt jedoch nur bei 5-10% aller Brustkrebspatientinnen vor. Die DNA gesunder Zellen kann auch durch Umweltfaktoren und die Lebensweise so beeinflusst werden, dass sich daraus Krebszellen entwickeln. Die krankhaft veränderten Zellen werden häufig von Signalen zur Zellteilung angeregt, die von außerhalb der Zelle kommen. Viele dieser Signale sind heute bekannt. Ziel der Brustkrebstherapie ist deshalb, diese Signale auszuschalten.

 

Wodurch wächst der Tumor?
Krebszellen besitzen auf ihrer Oberfläche oder im Zellinneren sogenannte Rezeptoren. Dabei handelt es sich um Proteine, die mit bestimmten Molekülen, die im menschlichen Organismus vorkommen, eine Bindung eingehen und im Anschluss daran die Teilung der Krebszelle auslösen. Die bekanntesten dieser Rezeptoren sind die Östrogenrezeptoren. Etwa zwei Drittel aller Brustkrebspatientinnen haben solche Östrogenrezeptoren im Inneren ihrer Tumorzellen. Sobald das weibliche Sexualhormon Östrogen in die Tumorzelle gelangt, geht es mit dem Östrogenrezeptor eine Bindung ein. Erst eine solche Verbindung löst ein Signal aus, das die Zellteilung herbeiführt. Selektiv wirkende hormonelle Medikamente in der Brustkrebsbehandlung verhindern, dass die Verbindung zwischen dem Östrogenrezeptor und dem Östrogen zustande kommt und die Zellteilung ausgelöst wird.

 

Stadieneinteilung nach TNM-Klassifikation

Die Klassifikation von Brustkrebs richtet sich nach der Tumorgröße, seiner Ausbreitung in die Lymphknoten oder in andere Teile des Körpers.

T (Tumor) bezeichnet die Ausdehnung des ursprünglichen Tumors in der Brust. Mit den Ziffern 0 bis 4 wird die Größe des Tumors angegeben. Die Bezeichnung T0 erhält bei Brustkrebs ein Tumor, der bereits vor der Operation entfernt werden konnte, etwa durch eine neoadjuvante Chemotherapie. Ein Tumor der Größe T1 ist maximal 2 cm groß, T2 zwischen 2 und 5 cm und T3 größer als 5 cm. Mit T4 bezeichnet man Tumore, die sich bereits auf die Brustwand oder Haut ausgedehnt haben. Tis schließlich nennt man Tumore, die sich nur im Drüsengewebe befinden.

N (Nodes) gibt an, ob sich Tumorzellen in den Lymphknoten befinden. Gibt es dafür keine Anzeichen, wird der Tumor als N0 eingestuft. Die Bezeichnungen N1 bis N3 beschreiben einen zunehmenden Befall der Lymphknoten

M (Metastasen) gibt Auskunft darüber, ob entfernte Metastasen vorhanden sind (M1) oder nicht (M0). Mit zusätzlichen Angaben kann der Arzt darüber hinaus den Ort der Metastasen angeben. So steht etwa M1HEP für eine Metastase der Leber (griech. hepar) oder M!BRA des Gehirns (engl. brain).

Die TNM-Klassen können in zahlreichen verschiedenen Kombinationen auftreten, die grob in vier Krebsstadien eingeteilt werden.

Die Stadien 0-2 zählen zu den frühen Brustkrebsstadien (Carcinoma in situ). Die Stadien 3 und 4 werden als fortgeschrittene Stadien bezeichnet.

Stadium 0
Krebszellen sind entweder nur in einer Milchdrüse oder nur in einem Milchgang vorhanden und haben sich nicht ins umliegende Fettgewebe ausgebreitet.

Stadium I
Die Krebszellen haben sich von den Milchdrüsen oder Milchgängen in das umliegende Gewebe ausgebreitet. Der Tumor hat einen Durchmesser von maximal 2 cm und es sind keine Lymphknoten befallen.

Stadium II
Die Krebszellen haben sich von den Milchdrüsen oder Milchgängen in das umliegende Gewebe ausgebreitet. Der Tumor hat einen Durchmesser von über 2 cm bis maximal 5 cm.
In diesem Stadium können Lymphknoten befallen sein, es haben sich jedoch noch keine Metastasen gebildet.

Stadium III
Der Tumor ist über 5 cm im Durchmesser. Axilliäre (=die Achsel betreffende) Lymphknoten oder auch Gewebe nahe der Brust sind befallen.
Das Stadium III wird auch als "lokal fortgeschrittener Krebs" bezeichnet.

Stadium IV
In diesem Stadium haben sich die Tumorzellen über die Brust und die axilliären Lymphknoten hinaus in andere Körperteile ausgebreitet und Metastasen gebildet. Diese tauchen am häufigsten in den Knochen, in der Leber oder Lunge oder im Gehirn auf. Brustkrebs im Stadium IV wird als "fortgeschrittener" oder "metastasierter Brustkrebs" bezeichnet.

 
 

 

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